Archiv 2016

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Klettertour Großer Wehrgrubenspaß Loferer Steinberge
(22. / 23.07.2016)

Am Freitagnachmittag solls losgehen. Spannend schon die ganze Woche zuvor: Spielt das Wetter mit am Wochenende? Aber die Motivation bei den Teilnehmern war bestens: Im schlimmsten Fall trinken wir eine edle Flasche Wein auf der Hütte ohne zu klettern, aber aufgestiegen wird. Die Gastfreundschaft von Katharina und ihrem Team auf der Schmidt-Zabierow-Hütte zu genießen ist es aber auch wirklich alleine schon Wert die 1150 hm zu überwinden. Zunächst bei schwüler Hitze, dann bei leichtem Gewitterregen ging es hinauf. Nach dem Abendessen war es wieder genügend Trocken um den Standplatz in einer Dreierseilschaft zu üben. Und nun war endlich Zeit für eine edle Flasche Blauer Zweigelt.

Wer weiß, vielleicht bleibt bei der labilen Wetterlage das der einzige Höhepunkt der Tour.

Am Samstag gab es aber nur noch Restbewölkung der Abendlichen Gewitter und eine Aussicht auf trockenes Wetter bis ca. 14:00 Uhr. Kein großer Spielraum, aber es reicht für die 13 Seillängen wenn es zu keinen größeren Verzögerungen kommt. Also Aufbruch und keine Zeit verlieren.

Markus und Andi in 2-er Seilschaft voraus. Diese hatten mehr Zeit zur Erkundung der Route. Ich mit Stephan und Thomas hinterher. Auch in der 3-er Seilschaft wechselten wir die Führung, denn somit konnten wir uns das lästige Durchziehen der Seile an den Ständen ersparen. Nach ca. 4,5 Std. Kletterei waren wir dann am Gipfel. Das Wetter spielte weiter mit und somit genossen wir die Aussicht auf die umliegenden Berge und das Loferer Tal. Nach dem zum Teil etwas kniffligen Abstieg zur Hütte ließen wir uns dort auf der Terrasse noch einmal verwöhnen bevor es wieder ins Tal ging. Und auch da kamen wir noch trocken an.

Teilnehmer: Andi, Markus, Stephan, Thomas Bericht und Leitung: Georg Eckart 
Bilder: Georg


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Grundkurs Eis am Dachstein – Simonyhütte
25.- 28. 08 2016

Jetzt spannt doch mal das Seil richtig! Jeder der in die Gletscherspalte springt, ist vorher erkennbar nervös und gibt deutliche Kommandos an seine Seilpartner. Am dritten Tag wird die Spaltenbergung in der Dreierseilschaft schon recht gut beherrscht und so habe ich heute zum Üben direkt neben der Dachsteinwarte ein sehr realistisches, aber auch forderndes Gelände ausgewählt. Aber dank der guten Kommandos und der aufmerksamen Seilpartner ist alles gut gelaufen und das Seil zur zusätzlichen Hintersicherung ist nie gespannt gewesen!

Für den diesjährigen Grundkurs Eis habe ich die Simonyhütte am Dachstein ausgewählt. Wie schon in den letzten Jahren war der Kurs schnell ausgebucht. Neu war, dass das Wetter vom ersten Tag an durchgehend schön war. In den zurückliegenden Jahren hat es mindestens am Hüttenzustieg geregnet. Um Zeit zu sparen sind wir nicht den sehr weiten Weg von Hallstadt zur Simonyhütte gegangen, sondern haben die Krippensteinbahn benützt. So hatten wir gleich am Donnerstag noch Zeit auf dem Gletscher die verschiedenen Techniken, wie man mit Steigeisen im Auf- und Abstieg geht zu üben. Dann zeigte ich noch wie man sich auf dem Gletscher für einen eventuellen Spaltensturz richtig anseilt und sind zur Übung ein Stück auf den Gletscher gegangen. Am Abend hat uns der Koch mit Simonysuppe, Schweinefilet und Schokoladenmuss verwöhnt.

Der Wirt hat uns verraten, dass am Isstoih ein guter Windkolk sein, um die Spaltenbergung zu üben. Nur was und wo ist der Isstoih? Nach mehrmaligen nachfragen konnte ich dann Isstoih auf Eisstein übersetzten und ein kurzer Blick auf die Karte hat uns verraten wo es Morgen hingehen soll. Wir haben den Weg dorthin besprochen und so hat uns der Willi als Übung am nächsten Morgen durch die Spalten zum Isstoih geführt. Dort angekommen stellte ich fest, dass der Windkolk aus Blankeis besteht und sehr tief ist, also ungeeignet zum (ersten) Üben. Am Anfang soll ein Fehler schon noch verziehen werden! Ob es der Wirt gewusst hat? Vermutlich schon!? Warum hat er uns dann hierher geschickt? Egal! Es war nicht mehr weit bis zum Dirndl wo wir ein tolles firnbedecktes Übungsgelände vorfanden. Nach einer Brotzeit ging es los und jeder Kursteilnehmer hat die verschiedenen Aufgaben der Spaltenbergung geübt! Zum Abschluss haben wir noch die Bremstechniken im Firn und Eis mit und ohne Pickel besprochen und natürlich auch gleich ausprobiert. Kaspressknödelsuppe, Gulasch und zum Nachtisch Simonyvariationen.

Um Abwechslung zu haben führte uns der Andi am folgenden Tag auf einem anderen Weg zum tags zuvor noch ausgekundschafteten Übungsgelände. Da ging es richtig zur Sache. Nach einer Stärkung auf der Sonnenterrasse der Dachsteinwarte sind wir noch auf den Dachstein gegangen. Aber wie es sich für einen Grundkurs Eis gehört natürlich nicht über die Schulter, sondern über den spaltigen Gletscher an der Nordseite und über den Klettersteig auf den höchsten Punkt. Beeindruckend! Auf der einen Seite geht es steil hinunter auf den Gletscher, auf der anderen Seite bricht die Südwand 1000 m senkrecht ab. Am Horizont ist das Tote Gebirge zu sehen, dreht man sich um erscheint Großglockner und Großvenediger. Die Berge die wir bei dieser Fernsicht erkennen können sind unzählbar. Es ist windstill und warm und wir sitzen im T-Shirt auf fast 3000m Höhe. Toll! Wir steigen zur Hütte ab und Rätzeln schon, ob es heute wohl Simonyschnitzel geben wird? Wie an allen Abenden haben wir nach dem Essen noch besprochen was wir den ganzen Tag über wie, was, wo und warum gemacht haben. Alle Kursteilnehmer waren sehr interessiert und so durfte ich jeden Abend noch ein paar Fragen beantworten, bevor es fliesend in den gemütlichen Teil überging.

Den Kurs haben wir mit einer Übung Abseilen und dann Selbstrettung aus der Gletscherspalte am letzten Tag abgeschlossen. Hierfür habe ich unweit der Hütte einen sehr gut geeigneten Boulder mit Überhang und oben einer scharfen Kante gefunden. Nach einem letzten Kaffee auf der Simonyhütte sind wir abgestiegen und blickten auf vier sehr schöne und erlebnisreiche Tage zurück!


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Mountainbiken im Wipptal
15.-18.6.2016

Das Wipptal, häufig nur Durchfahrtsort bei der Reise über den Brenner, bietet auch viele gute Mountainbiketouren. Steinach, ca. auf halber Strecke zwischen Innsbruck und Brenner, wäre der optimale Ausgangspunkt. Uns hat es aber ein paar Kilometer abseits nach Trins im Gschnitztal gezogen, wo wie im Hotel Zita für vier Tage sehr gut einquartiert waren.

Alle am Sattelberg
stehend v.l.n.r.: Silvia, Markus, Monika, Thomas, Franz S., Sepp W., Michi, Margit, Marion, Micha, Sepp S., Christa, Hermann, Gerti, Franz T., Fini, Andrea, Katharina, Heinz, Hermine, Marijana, Max, Klaus, Werner, Elisabeth, Alois
unten: Maria, Hubert W., Hubert M., Anita, Annemarie, Sonja, Fotograf: Heinrich

Die Wetteraussichten waren nicht optimal, wechselhaftes kühles Wetter, hohe Schauerwahrscheinlichtkeit, aber auch sonnige Abschnitte, alles mit dabei.

Am Mittwoch stand nach der Anreise eine Tour ins Navisertal auf dem Programm. Nach einer kurzen Abfahrt von Trins nach Steinach ging es zuerst weiter bis kurz vor Matrei, wo in östlicher Richtung das Navisertal beginnt. Die Tour folgt immer leicht ansteigend einem Bachlauf, bis hinter der Ortschaft Navis die Auffahrt zur Naviser Hütte beginnt. Hier konnten wir uns erstmal gemütlich auf der Terrasse stärken, bevor wir die Tour über die Klamm-, Vögeler- und Peeralm fortsetzten. Ein paar Teilnehmer erweiterten die Tour noch über die Seapenalm. Für die meisten ging es aber über Navis wieder zurück nach Steinach und Trins.

Für den Donnerstag entschieden wir uns zu einer Tour rund um das Nösslachjoch. Klassisch wird diese Tour im Uhrzeigersinn gefahren. Da die Trunahütte aber noch nicht geöffnet hatte, entschieden wir uns für die andere Richtung, um auf der Nösslachhütte die Mittagspause planen zu können. Die Tour begann mit der Auffahrt zur Trunahütte, dann weiter zum Fallzammähder, wo eine kurze Schiebepassage bis zum Eggerjoch beginnt. Der Wetterbericht hatte für freie Flächen auf dieser Höhe starke Sturmböen angekündigt, so teilten wir die Gruppe rechtzeitig, um zügig über das Joch zu kommen. Die Abfahrt über die Egger Mähder war ein landschaftliches Highlight. Blühende Almwiesen und im Hintergrund die noch schneebedeckten Tuxer Alpen, Mountainbiken aus dem Bilderbuch! Nach einer kurzen Querung hatten wir die Nösslachhütte erreicht, wo wir uns erstmal gemütlich stärkten. Ein großes Lob dem Wirt, der es alleine geschafft hat unsere Gruppe zu verköstigen! Zurück ging es anschließend über die Berger- und Gerichtsherrenalm. Am Nachmittag war noch ausreichend Zeit, die Tour über Gschnitz bis ans Ende des Tales fortzusetzen, wo wir die Tour bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen ließen. Zurück zum Hotel rollten wir entspannt bei Rückenwind in kleinen Gruppen.

Der Freitag sollte laut Wetterbericht der beste Tag werden. So planten wir für diesen Tag die Königsetappe über die Sattelalm auf den Sattelberg und über die bekannte Brennergrenzkammstraße und das Sandjöchl zurück nach Obernberg. Für die Anfahrt nach Vinanders, wo die Auffahrt zur Sattelalm beginnt, benutzten wir die Straße von Steinach über Nösslach. Gerade recht zum Einradeln und auf der Sattelalm hatten wir uns so schon die erste Einkehr verdient. Vom Wirt auf der Sattelalm holten wir uns noch ein paar Tipps für die Auffahrt zum Sattelberg. Hier gibt es leider noch immer keine optimale Lösung für die Nutzung der Straße. Mehr oder weniger schiebend, erreichten aber alle Teilnehmer gut den Sattelberg, wo wir die Tour auf der bekannten Grenzkammstraße fortsetzten. Am Himmel wechselten sich dunkle Wolken und blaue Flecken ab, wir hatten aber Glück und erreichten das Sandjöchl ohne von einem Regenschauer erwischt worden zu sein. Nach einer kurzen Schiebestrecke ging es auf Alm- und Forstwegen hinunter zum Obernbergersee, der landschaftlich traumhaft zwischen den Bergen eingebettet liegt. Noch eine kurze Abfahrt und wie hatten das Gasthaus Waldesruh, wo wir uns für die letzte Wegstrecke, das Obernbergtal hinunter nach Gries und über Steinach zurück nach Trins, stärkten. Die Letzten erwischte nun doch noch ein Regenschauer, bei diesen Wetterverhältnissen aber mehr als zufriedenstellend.

Die Abschlusstour führte uns am letzten Tag noch auf die Blaserhütte. Ein sehr empfehlenswertes Ziel, das über die Auffahrtsstraße auf der südöstlichen Seite gut zu erreichen ist und von wo man über die Zwieselmäder in westlicher Richtung wieder hinunterfahren kann. Hier wurde im oberen Bereich der Weg sogar mountainbiketauglich präpariert, sodass er auch für den weniger versierten Abfahrer gut zu bewältigen ist. Einige erklommen noch den nur wenige Minuten entfernten Blasergipfel. Von hier hat man einen wunderbaren Rundblick, der bei uns aber leider durch die vielen Wolken etwas getrübt wurde. Auf der Blaserhütte lässt es sich aber sehr gut einkehren, ein toller Tourenabschluss! Zurück im Hotel ließen wir die Tourentage noch mit einer kurzen Einkehr ausklingen, sehr zufrieden über die durchgeführten Touren und den vielen schönen gemeinsamen Momenten.

Als Tourenleiter bleibt für mich die Erfahrung, dass eine tollen Landschaft, gute Tourenmöglichkeiten und das Wetter nur ein Teil für eine gelungene Mountainbiketourenveranstaltung sind. Ein großer Teil aber ist eine starke Teilnehmergruppe, in der sich alle aufeinander verlassen können und die Gemeinschaft groß geschrieben wird. Motivation genug, sich auch wieder für die nächsten Jahre Gedanken für entsprechende Tourentage zu machen!

Bericht: Heinrich Mühlbacher

Fotos: Max Lex, Alois Herzig


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Mountainbiken in Finale Ligurien
22.-27.5.2016
Seit einigen Jahren taucht Finale Ligure Immer wieder als Mountainbike Hotspot in den verschiedensten Medien auf. Geworben wird mit trauhaften Trails durch eine mediterrane Landschaft, Blicken aufs Meer und italienischem Lebensgefühl. Grund genug also, sich Gedanken über ein paar Tourentage im Vereinsprogramm zu machen.

Gemeinsam mit Klettergruppe, rund um Stefan Stadler und Georg Eckhart, starteten wir am Sonntag früh in Richtung Süden. Bereits mittags hatten wir unsere Unterkunft, das Albergo Oasi (www.albergooasifinaleligure.it) in Finale erreicht und konnten nach einer kurzen Pause auf die erste Erkundungstour starten. Ziel waren die Hügel zwischen Varigotti und Noli, auf denen auch regelmäßig ein 24h Rennen ausgetragen wird. Hier konnten wir uns mit den Trails und Herausforderungen vertraut machen und die ersten tollen Blicke über die Landschaft und aufs Meer genießen. Gemeinsam mit den Kletterern ließen wir den Tag beim Pizzaessen in Finalborgo ausklingen.

Für die nächsten Tage waren 2 längere Touren geplant. Ziel waren der Pian dei Corsi, Monte Settepani und eine Tour vorbei am Monte Carmo. Richtung Pian dei Corsi starten wir auf der Hauptstraße nach Feglino und weiter auf immer steileren Forststraßen und Wegen, bevor man die letzten Kilometer, begleitet durch das Sausen der Windkraftanlagen, auf der Passstraße fortsetzen. An der Osteria del Din beginnt hier ein flowiger Singletrail, der den Bergrücken entlang Richtung Gorra führt und am Ende den passenden Namen „Rollercoaster“ trägt. Am Ende hatte alle eine begeistertes Grinsen im Gesicht.

Die Tour zum Monte Carmo begann am nächsten Tag mit einer kurzen Strecke nach Petra Ligure auf der Via Aurelia, der Küstenstraße. Dann ging es, immer einsamer auf Asphalt die ersten 600hm hinauf. Anschließend ging es auf Schotter bis knapp 1200m zum Giogo di Giustenice hinauf. Immer begleitet von einer ständig wechselnden Vegetation und dem Blick hinaus aufs Meer, der sogar noch Korsika in der Ferne erkennen ließ. Oben folgt die Tour den Forstwegen entlang des Bergkamms auf ca. 1200m und endet wieder auf der Asphaltstraße am Melogno. Immer wieder hat man nun auch einen tollen Blick Richtung Norden, auf die südlichsten Alpenausläufer. Heute hat die Osteria del Din geöffnet und wir stärken uns für die zweite Weghälfte die uns zuerst zu den Ruinen einer Natobasis und weiter auf super Singletrails zum Cola di San Giacomo führt. Die Abfahrt auf den Wegen und Trails Richtung San Rocco beenden wir mit einem Cafe und Eis in Finalborgo.

Für den Mittwoch planen wir nur eine kürzere Tour über die Singletrails hinter San Bernardino. Die Wege sind anspruchsvoll, aber kurzweilig und lassen keine Langeweile aufkommen. Für den Nachmittag haben wir ein Treffen mit den Kletterern in Verezzi geplant. Zeit auch für einige Biker, mal ihr Kletterkönnen unter Beweis zu stellen.

Am Donnerstag starten wir wieder über Orco Richtung Cola di San Giacomo und folgen in einem weiten Bogen den Straßen und Singletrails bis zum Monte Mao. Hier wird die tolle Aussicht leider durch die unangenehmen Gerüche, die der Ostwind aus einer darunter liegenden Mülldeponie herauftreibt getrübt. So setzen wir nach einer kurzen Pause die Tour fort und finden uns bald auf sensationellen Singletrails wieder, die durch eine üppige mediterrane Vegetation bis nach Spotorno führen. Bevor wir am Strand eine Badepause einlegen, genießen wir noch einen Cafe und Eis in Noli. Für den Abend ist noch ein gemeinsames Essen im Agriturismo Ca’Alice geplant.

Am letzten Tag starten wir noch zu einer kurzen Runde über Calice Ligure, San Rocco und Perti, bevor wir unsere Tourenwoche mit einem letzten Bad im Meer beenden.

Am Ende liegt eine traumhafte Bikewoche, mit tollen Touren super Wetter hinter uns und die Erkenntnis, dass ich dieses Bikerevier sicher nicht zum letzten Mal besucht habe.

Tourenleitung und Bericht: Heinrich Mühlbacher

 

Klettern in Finale Ligure: Bester Fels in fantastischen Formen

22. – 27.05.2016 
In Fahrgemeinschaft mit der Radfahrergruppe von Heini ging es am Sonntag, 22.05., nach Finale Ligure. Die gemeinsame Fahrt und die gemeinsame Unterkunft mit den Radfahrern im Hotel Oasi in Finale war nicht nur für die Fahrgemeinschaften ein Gewinn. Abends, beim gemeinsamen Essen oder Barbesuch und im Hotel wurden Erlebnisse ausgetauscht und so war es auch möglich, die jeweils andere Seite von Finale kennenzulernen. Stefan Stadler holte sich bei Beatrice (Die „Managerin“ vom Hotel Oasi) die besten Tips zum Abendessen. Ein kulinarischer Höhepunkt war am Donnerstag das Menü im Agritourismo „A Ca‘ de Alice“. Schon die Vorspeisen waren so gut und üppig, dass wir bei der Hauptspeise schon fast aufgeben mussten. Mangels ausreichender Italienischer Sprachkenntnisse wussten wir auch nicht genau, was uns denn noch so alles erwartet. Espresso und Hochprozentiges konnte manchen Magen dann noch retten. Dank hierzu auch den beiden Fahrern an diesem Abend für ihre Enthaltsamkeit.

Aber nun der Bericht über die Kletterei in Finale Ligure:

134 Klettersektoren sind im Finale-Kletterführer von Verlag „Versante Sud“ aufgeführt. In Summe schafften wir davon gerade mal 10 Sektoren in 6 Klettertagen.

Am Sonntag, dem Anreisetag, teilten wir uns noch auf zwei Gruppen auf: 
Stefans Gruppe fuhr im Bus mit einer Gruppe zum Rocca di Corno zu den Sektoren West und „Zona Rossa“. Dort konnte mit der Route „Rombo di Vento“ (6c) gleich ein Highlight in Finale geklettert oder auch nur von unten betrachtet werden. Diese Route führt über senkrechte Leisten und meist großgriffig immer überhängend von einer Felsnische zur nächsten. 35m lang ist diese Route und dadurch entsprechend kraftraubend und ausgesetzt.
Georg startete mit seiner Gruppe im Klettergarten Rocce dell’Orera westlich von Finalborgo. Zu Fuß ging es dazu vom Hotel Oasi in Finale nach Finalborgo und dann im Wald hinauf zum Klettergarten. Dieser Klettergarten bietet am Nachmittag durch die östliche Ausrichtung herrlichen Schatten und es sind auch eine Menge leichterer Routen ab Schwierigkeitsgrad 4 vorhanden. Eine sehr schöne Sicht von oben auf die Burg Castel San Giovanni und über das Tal war dort ebenfalls geboten.

Am Montag ging es mit sechs Kletterern zunächst zum Klettergarten La Torre am Monte Cucco. Lange Routen, auch mit 2 kurzen Seillängen, konnten wir dort klettern. Der Fels war hervorragend und dank der guten Verteilung der Schwierigkeiten war es jedem Teilnehmer möglich, seinen Trainingszustand auszutesten. Nachmittags wechselten wir zum nächsten Kletter-Hightlight in Finale, den Tre Frati (Drei Brüder). An den Tre Frati war nicht nur herrliche Kletterei möglich, sondern deren Form ließ auch Gipfelglück aufkommen, da hier die Kletterei auf ausgesetzten Türmen endet. Besonders der Hauptturm, der „Frate Maggiore“, hatte eine echt „geile“ Form und jeder der Teilnehmer ließ sich darauf ablichten. Ganz einfach war die Kletterei dort hinauf nicht, es musste dazu mindestens eine 6a bewältigt werden. Der kleinere Turm, der „Frate Minore“, war zwar mit seiner Form nicht so aufregend, bot aber dafür den besten Standpunkt für die Aufnahmen vom großen Bruder.

Welche weitere fantastische Formen die Natur imstande ist zu gestalten, konnten wir dann am Dienstag bewundern: Die „Grotta dell’edera“. Durch einen engen Zustieg, den man am besten mit Stirnlampe bewältigt, gelangt man, zuletzt den Rucksack vor sich her schiebend, in die fast kreisrunde Grotte. Nach oben hat die Grotte mehrere Öffnungen und ein große Öffnung auch auf halber Höhe zur Talseite. Man glaubt sich darin schon fast in einer Kathedrale zu befinden mit zahlreichen kreisrunden Seitenaltären. Trotz Kletterschwierigkeiten ab 6b konnten wir dort einige Routen klettern und fast jeder Teilnehmer gelangte auch bis zur Umlenkung. Den Rückweg nach Finale trat dann ein Teil der Gruppe zu Fuß an. Vorbei am „Castel Gavone“ ging es in die Altstadt von Finalborgo. In einer Bar wurde dort noch das Flair dieser schönen Stadt aufgesogen, bevor es wieder weiter nach Finale ins Hotel ging.

Speziell die Route „Rombo di Vento“ lockte einige von uns am Mittwoch ein zweites Mal an den Rocca die Corno. Dort wurde bis über Mittag noch einmal alles geklettert, was dem einzelnen möglich war. Zwei Kletterer hatten sich nun schon ausgeklinkt, David war für diesen Tag zu den Radfahrern „übergelaufen“ und von den Radfahrern ist die Verena zu den Kletterern gewechselt. Somit waren wir wieder zu sechst im Klettergarten. Nachmittags verließen wir den Rocca die Corno und fuhren an den Rocce dell’Orera um sich dort mit Heini und ein paar Radlern zu treffen, die auch mal in die Senkrechte gehen wollten. Dieser Sektor ist vom malerischen Ort Verezzi besonders leicht zu erreichen und bietet einige leichtere Touren. Dank rauem Fels ist Nadine jetzt auch die Preisaufkleber an der Sole ihrer bis dahin ungebrauchten Kletterschuhe los.

Am Donnerstag stand der Rocca di Perti mit dem Sektor „Plazza dell’Oasi“ auf dem Programm. Dieser Sektor mit bequemen Wandfuß und kurzem Zustieg bietet sehr viele Routen auf dichtem Raum. Damit nicht wieder der Nachmittags-Kaffee ausfällt und wegen der schon dünnen Haut auf den Fingern wechselten wir zeitig auf den Sektor „Stadtplatz Finalborgo“. Dort ging sich außer Kaffee auch noch ein Bier aus, das mit einem reichlichen Gedeck serviert wurde.

Am Rocca Carpanea im Sektor „Pilastrino mirovino“ legten wir am Freitag zum letzten Mal Hand an den Fels von Finale. Unterschiedlichste Felsarten und Routen in diesem Sektor zeigten uns noch einmal die Vielfalt der Klettermöglichkeiten in Finale.
Nach Mittag trafen wir uns dann mit den Radlern vor dem Hotel. Nach dem Bepacken der Fahrzeuge ging es ein letztes Mal in den Stadtplatz von Finale und wir genossen dort italienisches Eis oder einen Capuchino vor der Abfahrt nach Hause.

Leitung: Stefan Stadler und Georg Eckart 
Bericht: Georg Eckart 
Bilder: Stefan Stadler, Georg Eckart

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