Vorher wissen

previous arrow
next arrow
Slider

Grundkurs Eis auf der Oberwalder Hütte ; 20.-23. August 2020

Ich bin mir nicht so ganz sicher? Hatten meine Teilnehmer beim diesjährigen Grundkurs Eis weniger gewusst, was an diesen vier Tage passiert. Oder wusste ich noch weniger wie der Kurs in der reizvollen Großglocknergruppe genau ablaufen wird? Die sechs jungen, motivierten Leute übten zur Vorbereitung nicht nur die Knoten, sondern hatten sich auch im Internet über die Hütte informiert: Leider sei der Wirt so kalt wie die Hütte. An der Hütte angekommen wurden wir freundlich empfangen. Wir waren uns sicher, das kann nicht der Wirt sein. Das Essen war sehr gut und am Abend war es schön warm in der Hütte – irgendwas stimmt hier nicht. Doch die Lösung war schnell klar, die schöne Hütte hatte einen neuen Pächter. Ich war schon lange nicht mehr und noch nie im Sommer im Gebiet über der Pasterze unterwegs. Wie könnte ich den Kurs hier organisieren? Doch mit ein bisschen suchen und zugegeben auch ein wenig Glück, haben wir für alle Ausbildungsthemen gutes Gelände gefunden:
– Für die Bremsübungen einen auslaufenden Firnhang.
– Eine kurze, steile Blankeisstelle, um verschiedene Steigeisentechniken zu trainieren.
– Der Nordhang unter dem Schneewinkelkopf bot sich an, um die Sicherungstechnik des laufenden Seiles zu üben.
– Für die Spaltenbergung fand ich eine tiefe Randkluft. In einer richtig fiese Firnkante verklemmt sich hier immer ordentlich das Seil. Das wusste ich vor dem Kurs natürlich nicht.
Natürlich will ich in so einem Kurs die Vereinsmitglieder für Hochtouren begeistern. Doch diesmal hatte ich das Gefühl, dass ich ständig von irgendwelchen grausigen Unfällen erzählt habe. Es gab sogar gleich am ersten Tag auf einem harmlos erscheinenden Gletscher einen völlig unerwarteten, kleinen Spaltensturz. Doch die Sechs konnte das alles anscheinend nicht abschrecken. Sie haben sich beim Abstieg von der Hütte für ihre erste selbständige Hochtour verabredet. Zwei Wochen später sah ich Fotos in den sozialen Netzwerken, mit Teilnehmern vom Kurs neben dem Gipfelkreuz des Zuckerhütl. So etwas nach der Tour mitzubekommen, ist das schönste was einem ehrenamtlichen Kursleiter passieren kann. Das konnte ich vor dem Kurs natürlich nicht wissen und ist auch sicher nicht planbar. Aber so ist dieses Amt eine echte Ehre!

Tourenleitung, Fotos und Bericht: Stefan Stadler

Neue Beiträge
ABONNIEREN SIE UNSEREN NEWSLETTER
Sie werden monatlich über das Vereinsleben informiert.