Epoche Maltatal

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Jugendausflug ins Maltatal

Spontan wurde zu Wochenbeginn abgefragt, wer Zeit und Lust hätte, den im Juli ausgefallenen Wochenendausflug ins Maltatal nachzuholen. Da das Wetter gut angekündigt war und auch der Hüttenwirt auf der Gießener-Hütte noch genügend Plätze im Lager frei hatte, ging es auch schon am Freitagnachmittag für acht Jugendliche nach der Arbeit/Uni los. Als erstes Hindernis stellte es sich dann heraus, einen Wanderparkplatz im Gössgraben des Maltatals zu finden. Denn die eigentlich befahrbare Straße zum Stausee war gesperrt, weshalb weniger Plätze als sonst im beliebten Wandergebiet zur Verfügung standen. Gekonnt wurde aber schließlich rückwärts in den Straßengraben einrangiert, wo der Bus erstmal sicher geparkt war. Gegen 17:00 Uhr hatten dann alle die Wanderschuhe geschnürt und gut gelaunt -am nächsten Tag im Abstieg wurde sie verflucht- ging es zunächst die Teerstraße bis zum Stausee und dann über kleine, verwurzelte Waldwege zur Gießener Hütte. Trotz der späten Ankunftszeit, ca. 19 Uhr, gab es für uns noch ein warmes Abendessen. Der verdiente Radler entpuppte sich dann allerdings als Überraschung…dem Wirt ist die Limo ausgegangen, also hat er das Bier einfach mit Apfelschorle gemischt. Das neue Mischgetränk schmeckt mehr wie ein Apfelmost, weshalb im Folgenden auf Bier umgestiegen wurde. Doch mehr als eines war an diesem Abend nicht drin, damit man pünktlich zur Hüttenruhe im Bett war, schließlich stand am nächsten Tag eine ordentliche Tour auf dem Plan. Und so klingelte auch schon um 6.00 Uhr morgens der Wecker. Gestärkt durch ein kurzes Frühstück wurde dann der Gipfel der Hochalmspitze, 3360 m in Angriff genommen. Der Weg dahin stieg dabei bis zur Lasaacher-Winkelscharte gemächlich an, bevor man am Detmolder-Grat über Blockgelände klettern musste und man dabei nicht das Gleichgewicht verlieren durfte. Bald wurde dann auch schon das Gipfelkreuz gesichtet, doch davor galt es noch die letzten ca. 300 hm über einen Klettersteig zu bewältigen. Dieser stellte aber für die größtenteils klettererfahrenen Teilnehmer keine allzu großen Herausforderungen dar. Die mitgetragene Gipfelbrotzeit schmeckte bei traumhaftem Rundumblick und Sonnenschein doppelt lecker, sodass man die Pause gerne noch etwas ausgedehnt hätte. Aber es wartete ja noch ein langer Abstieg bis zum Parkplatz, der dann als bald begonnen wurde. Die Stimmung der Teilnehmer war dabei bestens … die einen freuten sich über ihren ersten Dreitausender, die anderen genossen das tolle alpine Erlebnis. Dieses konnte dann jedoch nicht wie üblich mit Kaffee, Kuchen und einem Radler gefeiert werden, da der Hütte bis zum Nachmittag auch der Kuchen ausgegangen ist. Das steigert nicht gerade die Vorfreude darauf, die letzten fünf Kilometer die Teerstraße vom Stausee runterzugehen, doch letztlich blieb nichts anderes übrig und auch diese Strecke konnte von allen ohne größere konditionelle Probleme gemeistert werden. Als man dann gegen 18:00 Uhr den Bus erreichte, stellte man zum Erstaunen fest, dass Kühe den Bus eingeparkt/belagert hatten. Aber durch Hupen konnten sie vertrieben werden und auch aus der Parklücke kamen wir im zweiten Versuch raus. So erreichten wir dann ca. eine halbe Stunde später mit dem Auto unser Nachtquartier, die Gmündner Hütte. Zu unserem Leid war auch hier den Wirten die Verpflegung ausgegangen, sodass es für uns nur noch Leberkas mit Kartoffelpüree und Spiegelei gab. Doch der Hunger nach der Bergtour war groß, weshalb es allen bestens schmeckte. Und ein Topfenstrudel als Nachspeise sowie zahlreiche Biere und eine Runde Zirbenschnaps (den besten jemals getrunkenen) ließen den tollen, erlebnisreichen Tag ausklingen. Der gemütliche Abend fiel dabei sogar so lange aus, dass man die Wirtsleute übertrumpfe und erst nach ihnen schlafen ging. Dennoch saßen am nächsten Morgen alle pünktlich um 7:30 Uhr beim Frühstück (und man merkte keine Auswirkungen des Vorabends), um für die anstehenden Boulder- und Kletterrouten im Maltatal Energie zu tanken. Das Klettern und Bouldern stellte eine gute Ergänzung zur Vortagestour dar und wir hätten gerne noch länger im Klettergarten Kreuzwand verweilt, aber ein Regenguß gegen 14:00 Uhr führte zu einem schnelleren Rückzug als erwünscht. Insgesamt fuhren wir am Ende aber zufrieden und dankbar, dass wir so spontan ein solch tolles Wochenende außerhalb der gewohnten Umgebung verbringen konnten, heim. Von den gesammelten Erfahrungen können wir die nächste Zeit zehren und machen die anstehenden Arbeits/Schultage etwas erträglicher. Und wer weiß, vielleicht ist es ja in diesem Herbst noch möglich weitere, geniale spontane Touren zu unternehmen. Teilnehmer*innen werden sich sicherlich finden…

Bericht: Lena Bächle
Fotos: Severin Schillinger

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